Lea
19. September 1998
Unser Herzkind ist Lea, heute 7 Jahre alt und kurz vor ihrer Einschulung.
Sie wurde am 9.8.1991 als herzgesundes Kind geboren und war dies auch fünf Jahre
lang. Im Sommer 1996 stellte unser Kinderarzt, der auch Kardiologe ist, bei
einer Routineuntersuchung ein Herzgeräusch fest und überwies uns zur weitern
Untersuchung in das Stuttgarter Olgahospital. Dort diagnostizierte man eine
schwerwiegende Fehlfunktion der Mitralklappe (Undichtigkeit). Als Ursache nahm
man eine Endokarditis an, weil Lea´s Blutwerte erhöhte Entzündungszeichen
zeigten. Daraufhin wurde sie 8 1/2 Wochen lang antibiotisch behandelt
(intravenös), wobei Lea gesundheitlich überhaupt keine Beeinträchtigungen
zeigte.
Im September wurden wir dann entlassen mit der Prognose, wohl irgendwann mal zu
operieren.
Unser Kinderarzt knüpfte daraufhin Kontakte zu Aachen, weil er der Meinung war,
daß Lea schnellstmöglich operiert werden sollte.
Tatsächlich begann es ihr im Herbst 1996 dramatisch schlechter zu gehen, sie
nahm nur noch ab, behielt kaum noch Nahrung bei sich und konnte zuletzt nicht
mal mehr den Kindergarten besuchen.
Ende Oktober fuhren wir das erste Mal nach Aachen zum Herzkatheter. Der wurde
allerdings abgesagt, da Lea´s Blutwerte wieder katastrophal waren. Statt dessen
wurde für Mitte November der OP-Termin anberaumt.
Am 17.November fuhren wir also das zweite Mal nach Aachen und dort wurde Lea
dann auch eine künstliche Mitralklappe eingesetzt. Bei der histologischen
Untersuchung ergab sich, daß Lea wohl niemals eine Endokarditis hatte.
Was letztlich jedoch ihren Herzfehler verursacht hat, bleibt im Unklaren.
Lea´s Herz geht es inzwischen prima. Allerdings macht uns eine andere,
mysteriöse Krankheit Kopfzerbrechen, die sich Purpura-Schoenlein-Henoch (PSH)
nennt. Lea ruft wohl immer "hier", wenn der liebe Gott seltsame Krankheiten
verteilt.
Diese Immunschwäche verfolgt uns in Schüben nun schon über ein Jahr und gerade
jetzt hat sie wieder mal einen.
Die PSH äußert sich durch Permeabilität der Kapillargefäße und es entstehen
Hautblutungen in den Beinen und im Magen-Darm- bzw. Harntrakt. Verbunden ist die
PSH mit kolikartigen Bauchkrämpfen, die wohl sehr schmerzhaft sind.
Die Ursache ist ebenfalls unklar, behandelt wird die Sache - wenn überhaupt -
mit Cortison. Komplizierend wirkt sich bei Lea aus, daß sie Marcumar einnehmen
muß. Weiß jemand mehr darüber ???
Ansonsten ist Lea mittlerweile wieder ein lustiges, lebensfrohes Kind und wird
am Samstag eingeschult.
Neue Aufgaben, neue Probleme aber auch viel Spannung warten auf uns.
Das Forum, das wir beim Surfen durch das Internet entdeckten, möchten wir ganz
einfach nutzen, um weiterhin auf dem Laufenden zu bleiben, was die
Kinderherzchirurgie anbelangt. Außerdem glaube ich, daß uns Eltern der Wunsch
nach Austausch und Information gemeinsam ist.
Hier vorort sind wir noch einer Elterngruppe der IDHK (Interessengemeinschaft
das herzkranke Kind) in Stuttgart angeschlossen. Da läuft ziemlich viel in
Sachen Elterninformation aber auch Kontakt und Spaß untereinander.
Ja, soviel zu uns und wir hoffen, daß Ihr nun ein ungefähres Bild von uns habt.
Liebe Grüße
Ulrike Staub
zurück zu Herzkinder